GRÜNE wollen Lebensmittelhandwerk in der Wetterau stärken
Die Nachfrage nach in der Region verarbeiteten Lebensmitteln steigt schnell. Gastronomiebetriebe machen mit Wetterauer Produkten und über den Verein „Wetterauer Landgenuss“ von sich reden. Dennoch ist das Angebot in einigen Kreisteilen noch immer eher lückenhaft.
Die GRÜNEN wollen hier mehr tun. Sie setzen sich für einen Kreiszuschuss an lebensmittelverarbeitende und gastronomische Betriebe ein. Er soll für Bürokratiekosten verwendet werden, die z.B. nach dem Hygienerecht entstehen und viele kleinere Betriebe zeitlich und finanziell belasten.
Hierzu Thomas Zebunke, Agrar- und Wirtschaftspolitiker der Kreistagsfraktion: „Wir wollen, dass der Kreis sich ernährungs- und landwirtschaftspolitisch stärker einbringt. Mit Initiativen im Kreistag wollen wir diesen Anspruch unterstreichen. Mit der zur nächsten Kreistagssitzung soll die handwerkliche Verarbeitung von Lebensmitteln unterstützt werden. Sie hat in der Wetterau eine gute Tradition, und das soll auch in Zeiten höherer organisatorischer und technologischer Anforderungen so bleiben. Außerdem trägt eine standortnahe Verarbeitung zur höherer Wertschöpfung in der Landwirtschaft bei.“
Die Fraktionsvorsitzende Sylvia Klein ergänzt: „Um das Nahrungsmittelangebot aus der Region auch für die Region nutzbar zu machen, sind handwerkliche Verarbeitung und Gastronomie wichtig. Die hierfür benötigten Zertifizierungen, Zulassungen und Kontrollen bedeuten für die handwerklichen Betriebe nicht nur Zeitaufwand, sondern auch Kosten. Das gilt besonders für die hygienerechtlichen Zulassungen nach EU-Recht. Ohne diese Zulassungen verlieren die Betriebe aber Marktzugänge. Die kürzlich erfolgte Zertifizierung des Büdinger Schlachthofs nach der Ökolandbauverordnung der EU unterstreicht, welche Bedeutung solche Zulassungsverfahren inzwischen haben. Deshalb sollen auch andere Metzgereien, Bäckereien, Keltereien usw. künftig hierbei unterstützt werden.“
Zebunke nennt ein Beispiel: „Die Zahl der erzeugenden Betriebe in der Ökolandbau-Modellregion Wetterau hat zugenommen und wird weiter wachsen. Dennoch wird ein Bioangebot in der Gastronomie und im Handwerk nur in Einzelfällen ausgelobt. Verbraucherinnen und Verbraucher, die zunehmend danach suchen, finden es deshalb nur selten. Hier hilft unser Vorschlag, die Wertschöpfungskette zwischen der Landwirtschaft und ihnen zu schließen und so nachhaltige und zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region zu halten. Bund und Land bieten diese Förderung nicht an.
Das von den GRÜNEN gewünschte Förderangebot richtet sich aber nicht nur an Biobetriebe. Zebunke: „Auch konventionell wirtschaftende sollen es nutzen können. Mit unserer Initiative wollen wir insgesamt erreichen, dass Chancen für unsere Gastronomie und unser Ernährungshandwerk besser genutzt werden können. Das ist für uns nachhaltige Wirtschaftsförderung“.