Klimaschutz geht vor

Wetterauer GRÜNE fordern Paradigmenwechsel in der Kreispolitik

Es ist höchste Zeit, Klimaschutz zur obersten Priorität zu machen. Deshalb soll alles, was der Wetteraukreis macht, ab sofort unter Klimavorbehalt gestellt werden. Das fordert die GRÜNEN-Fraktion im Kreistag. „Ob ein Schulgebäude erweitert, eine neue Heizung fällig wird, Leasingverträge für Fahrzeuge verlängert werden, oder es um die Pflege der Grünflächen an den Kreisstraßen geht – immer müssen die Folgen fürs Klima bewertet werden, und die klimaschonendste Variante muss den Vorzug bekommen“, erklärt Katja Dombrowski, klimapolitische Sprecherin der Fraktion. „Und ja – auch wenn diese Variante mehr Geld kostet.“ Dafür soll der Wetteraukreis aus den erzielten Überschüssen eine Finanzreserve bilden.

Allerdings besteht keineswegs ein Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und Umwelt- und Klimaschutz. „Wenn man die externen Kosten mit einrechnet, also die Folgekosten, die die Allgemeinheit trägt, sind fossil beheizte Gebäude und Autos mit Verbrennungsmotoren schon heute teurer als Alternativen auf Basis erneuerbarer Energien“, betont Katja Dombrowski. Zudem beruhen Wirtschaftlichkeitsberechnungen oft auf zweifelhaften Prognosen. „Wenn eine Gasheizung über ihre gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren besser abschneidet als eine Holzheizung, fragt sich wie realistisch die zu Grunde gelegte Entwicklung der Gaspreise ist.“ In den vergangenen Jahren sind die Gaspreise zwar gesunken, aber dieses Jahr steigen sie wieder.

„Alle fossilen Energien werden deutlich teurer, wenn der Bund eine CO2-Bepreisung für alle Sektoren beschließt –  und alles deutet darauf hin, dass das noch in diesem Jahr passiert“, so Katja Dombrowski. Ob über Zertifikate oder eine Steuer ist noch nicht sicher, das Gleiche gilt für die anfängliche Höhe. „Sicher ist aber, dass der Preis für die Verschmutzung kontinuierlich steigen wird.“ Denn nur so kann die gewünschte Lenkungswirkung erzielt werden und Deutschland seine Klimaschutzziele 2030 und 2050 erreichen. „Wir müssen endlich im Wetteraukreis innovativ statt konservativ denken und planen. Das ist eine Frage der Zukunftssicherung und der Generationengerechtigkeit und wird sich am Ende auch wirtschaftlich auszahlen.“