Den Boden nicht unter den Füßen verlieren

Kreistagsfraktion kritisiert Gutachten zur Raumplanung in Südhessen als nicht enkelgerecht

Am 5. Dezember ist der Welttag des Bodens. Aus diesem Anlass kritisieren Bündnis 90/DIE GRÜNEN erneut den hohen Flächenverbrauch bester Ackerböden in der Wetterau. In einem Antrag fordern sie den Kreistag auf, dass für den Regierungspräsidenten in Darmstadt vom Planungsbüro Albert Speer & Partner erstellte ‚Regionale Entwicklungskonzept für Südhessen‘ als einzige Grundlage der Raumplanung für die nächsten Jahre abzulehnen.

„Für uns ist grundsätzlich eine andere Herangehensweise Voraussetzung,“ sagt Gerhard Salz aus der GRÜNEN Kreistagsfraktion, der für den Wetteraukreis in der Regionalen Planungsversammlung Südhessen sitzt. „Wir erwarten von dem jetzt beginnenden Prozess für den Regionalen Raumordnungsplan ab 2021 eine nachhaltige, eher an qualitativen als an quantitativen Maßstäben orientierte Raumordnung. Dies bedeutet vor allem, den Flächenverbrauch mittelfristig auf Netto-Null zu reduzieren. Alle Verantwortlichen des Wetteraukreises sprechen gerne davon, gleiche Lebensbedingungen in allen Kreis- und Landesteilen zu fördern. Jetzt wäre Gelegenheit dazu, indem die Landesplanungsbehörden aufgefordert werden, die wirtschaftliche Dynamik des Rhein-Main-Gebiets auch in die wirtschaftlich schwächerer Räume zu lenken. Dies wird den Siedlungs- und Verkehrsdruck im bereits hochverdichteten Ballungsraum und gleichzeitig die Abwanderung aus den ländlichen Räumen verringern“.

Thomas Zebunke, ebenfalls Kreistagsmitglied und in der GRÜNEN Fraktion auch für Bodenschutz und ländlichen Raum zuständig, ergänzt: „Das aktuell vorliegende Regionale Entwicklungskonzept für Südhessen ist für uns nur eine der möglichen gutachterlichen Grundlagen. Abzulehnen ist das ‚weiter so‘ beim Flächenverbrauch. Die bestehenden Ungleichheiten und Umweltbelastungen werden so planerisch eher verfestigt. Wir reden hier über Auswirkungen bis in das Jahr 2030. Deshalb müssen weitere Ansätze erarbeitet werden. Die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte heißen Arten- und Klimaschutz, CO2-neutrale Mobilität, minimaler Flächenverbrauch und Landschaftplanung. Nur so kann die Landesplanung die aktuellen, umweltpolitischen Diskussionen würdigen und damit generationengerecht werden.“