GRÜNE Kreistagsfraktion fordert Unterstützung des Schulsportes durch einen Schwimmbadneubau in Nidda
Schwimmen gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten, die jeder Mensch beherrschen sollte. Dass in Deutschland mehr als die Hälfte der Kinder im Grundschulalter nicht richtig schwimmen kann, ist ein Skandal. „Den Schwimmunterricht sicherzustellen ist eine wichtige Aufgabe der Schulen“, so Kreistagsabgeordneter Thomas Zebunke. „Wir sehen den Wetteraukreis in der Verantwortung, die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen – und wenn Schwimmbäder fehlen, bedeutet das wie bei Sporthallen auch, Schwimmbäder zu bauen.“
DLRG und Sportverbände beklagen seit Jahren, dass bis zu 60 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer sind. „Das dürfte in unserer Region nicht viel anders sein“, so Zebunke. „Hessenweit fallen 25 % des Schwimmunterrichtes buchstäblich ‚ins Wasser‘. Und das betrifft nicht nur den Schulsport, sondern auch den Breitensport. Dabei gehört zum Schwimmen auch die Fähigkeit, andere retten zu können“.
Zebunkes Kollege Marcus Stadler aus Nidda: „Die Kultusministerkonferenz der Länder hat 2017 in ihrem Beschluss zum Schwimmunterricht festgestellt, dass die Schulträger geeignete Bedingungen für dessen Erteilung sicherstellen müssen. Sie ist für uns nur dann gewährleistet, wenn das Ergebnis, also der erfolgreiche Schwimmunterricht stattgefunden hat, und nicht, wie es die Kreisspitze gerne hätte, dass erfolgreich Bustickets und Eintrittskarten verteilt wurden.“
„Momentan werden in der östlichen Wetterau die Grundschüler in einem Umkreis bis zu 30 km in die letzten verbliebenen Schwimmbäder gekarrt. Das dient nur der formalen Sicherstellung eines Pflichtfachs. Aber es dient nicht dazu, dass Schüler*innen der Primarstufe selbständig eine Strecke von 50 m in schwimmtiefen Wasser bewältigen können. Auf Grund der Rumfahrerei reicht die reine Schwimmzeit dazu einfach nicht mehr aus. Der Kreis muss deutlich mehr dafür tun um diese, vom DLRG schon seit Jahren angeprangerten Missstände, zu beheben. Lösungsansätze dafür gibt es. Neubauten in anderen hessischen Landkreisen haben das bereits bewiesen.“
Deshalb unterstützen die GRÜNEN die Idee des Neubaus eines Schulschwimmbades in der östlichen Wetterau. Markus Stadler: „Von der Stadt Nidda liegt das Angebot vor, kostengünstig an dem ohnehin geplanten Sporthallenneubau des Kreises gemeinsam ein Schulschwimmbad anzudocken. Es soll vorrangig dem Schulsport dienen. Nur in der unterrichtsfreien Zeit, am Wochenende und in den Abendstunden soll es auch den Vereinen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Mit dem so entstehenden Sportzentrum würden der Schulstandort, der östliche Wetteraukreis sowie die Stadt deutlich gewinnen. Für dieses Vorhaben wirbt die Stadt Nidda mit Diskussionsbereitschaft in allen Richtungen. Es wäre kosteneffizient, umweltfreundlich und praxisnah.“
Thomas Zebunke, selbst Sportler und Vater: „Wenn es um schlimmstenfalls lebensrettende Kenntnisse wie die Schwimmfähigkeit der Kinder geht, darf es kein Verharren auf starren politischen Positionen geben. Dann sollten wir alle gemeinsam schauen, wie wir es schnellstmöglich hinbekommen. Dazu gehört auch die Prüfung der Fördermöglichkeiten bei Land und Bund. Alle reden vor den Wahlen immer vom Fördern des ländlichen Raums. Aktuell winkt das Land sogar dafür mit hohen Fördermitteln. Insofern haben wir jetzt die Chance zu zeigen, dass wir es mit den Versprechen auch ernst meinen.“