Grüne wollen kreisweites Wassersparen

Antrag im Kreistag schlägt Aktionsprogramm im Wetteraukreis vor

Die GRÜNEN im Kreistag schlagen einen kreisweiten Aktionsplan mit dem Ziel vor, die rar werdende Ressource Wasser effektiv zu schonen. Er soll unter Federführung des Kreises und unter Beteiligung relevanter Akteure aus Wasserversorgung, Wasserverbänden, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, vor allem aber aus den Kommunen, entwickelt werden.

„Der Klimawandel verändert unser Wetter“, so der Niddaer Kreistagsabgeordnete Marcus Stadler. „Der vergangene Winter war viel zu warm und die Niederschlagsverteilungen so ungünstig, dass trotz nassem Februar die unteren Bodenschichten und die Grundwässer nicht ausreichend mit Wasser versorgt wurden. März und April zeigten sich schon wieder außergewöhnlich trocken. Februar und März waren einmal mehr eine der wärmsten seit Beginn der europäischen Temperaturauswertungen. Die aktuelle Situation in diesem Frühling und Prognosen aus der Wissenschaft lassen befürchten, dass sich das dritte Dürrejahr in Folge anbahnt.“

„Wenn es über Jahre nicht ausreichend regnet, müssen wir gemeinsam schauen, wie wir die wertvolle Ressource Wasser schonen können“, erläutert Stadler den Ausgangspunkt der GRÜNEN. „Und dabei wollen wir die Wetterau als Gesamtes betrachten. Deshalb soll es ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten geben, nicht jede Kommune, jeder Akteur für sich. Wasser hält sich nun mal nicht auch nicht an politische Grenzen. Zudem muss frühzeitig gehandelt werden, bevor das Kind im ausgetrockneten Brunnen liegt.“

Idee der GRÜNEN ist deshalb ein gemeinsamer Aktionsplan. Fraktionsvorsitzende Sylvia Klein: „Dazu braucht es neben Engagement und Willen auf Seiten der Akteure zwei wesentliche Dinge. Jemand, der das Heft des Handelns übernimmt und ausreichend Geld. Die Rolle des Initiators und Moderators sehen wir beim Kreis. Hier sind sowohl übergeordnete Strukturen vorhanden als auch die erforderlichen Interessengruppen bereits vielfältig eingebunden.“

Zur Finanzierung zumindest für einen „überwiegenden Teil der Maßnahmen“ wollen die Grünen Fördermittel von Land und Bund in Anspruch nehmen. „Für Maßnahmen zur Anpassung des Klimawandels und für Investitionen im Klimaschutz stehen in verschiedenen Programmen Gelder auch kombinierbar bereit. Es ist natürlich viel einfacher und effizienter, wenn eine Stelle diese Mittel koordinierend für alle 25 Städte und Gemeinden beantragt, als wenn dieses jeder einzeln selbst erledigen muss“, so Klein.

„Es braucht kurzfristig wirksame Maßnahmen wie z.B. kreisweite Wassersparinitiativen. Mittel- und langfristig geht es um Dinge wie Vorschriften für Zisternen und separate Brauchwasserkreisläufe bei Neubauten, Kleinförderungen von Wasserspartechnik in privaten Haushalten bis hin zu Flächenentsiegelungen. Mit einem gemeinsamen Willen, einem gemeinsamen Vorgehen lässt sich hier viel erreichen.“