Humanitäre Geste

Wetteraukreis soll Bereitschaft zur Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge erklären und sich dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ anschließen        

Zwar hat die Coronakrise die Aufmerksamkeit für die unzumutbaren Zustände in den griechischen Flüchtlingslagern in den Hintergrund gerückt. Dennoch fand selbst in dieser Zeit die Aufnahme von 47 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland eine hohe mediale Resonanz. Sie ist trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein des Elends, der in diesen Flüchtlingslagern herrscht. Hinzu kommt das Gezerre auf höchster europäischer Ebene, wenn es um die Aufnahme von aus Seenot Geretteten geht. Beides nagt an den Werten, zu denen sich Europa bekennt.

Diese Situation war für einige Städte in Deutschland der Anlass, um selber aktiv zu werden. Sie gründeten das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“, verwiesen auf vorhandene Kapazitäten, und boten die Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen an. Sie wollten damit ein Zeichen setzen und Druck auf die Bundespolitik, die letztlich die Entscheidungen zur Aufnahme trifft, ausüben. Inzwischen gehören 146 Kommunen dem Bündnis an, darunter auch einige Landkreise.

„Die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen ist eine humanitäre Geste“, so Michael Rückl, Co-Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Kreistag. „Wir möchten, dass der Wetteraukeis sich ebenfalls dazu bereit erklärt. Konkret würde das heißen, der Kreis ist bereit, aus Seenot Gerettete oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zusätzlich zu seiner Verteilungsquote für Asylsuchende aufzunehmen. Wir sehen darin aber kein Problem. Die Kapazitäten sind vorhanden, und die meisten Flüchtlingsunterkünfte wurden mittlerweile durch den Kreis übernommen.“

„Es ist kein großer, aber ein sehr menschlicher Akt. Er unterstreicht den Willen zu helfen und die gegenwärtigen Flüchtlingsprobleme auf eine würdige Art und Weise zu lösen. Wir würden uns freuen, wenn viele Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Fraktionen unseren entsprechenden Antrag in der nächsten Sitzung des Kreistags unterstützen.“