Kein Zeichen von vertrauensvoller Zusammenarbeit – Dringlichkeitsantrag abgelehnt

Die GRÜNEN hatten zur konstituierenden Sitzung des Kreistags einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Sie hatten erfahren, dass im Gegensatz zu anderen Kreisen im Wetteraukreis Menschen in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete nicht geimpft seien. Obwohl sie inzwischen der Prioritätsgruppe 2 angehören. Mit ihrem Antrag wollten die GRÜNEN erreichen, dass diese Impfungen durch mobile Impfteams schnell und unbürokratisch erfolgen.

Becker-Bösch sorgt mit Aussagen zu Impfstoffen für Verwirrung und für Ablehnung eines Dringlichkeitsantrags

Gegen die Dringlichkeit argumentierte die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD). Ihr lägen aktuelle Informationen vor, es gäbe einen Impfstoffengpass, ab sofort könnten im Impfzentrum keine Erstimpfungen mehr durchgeführt werden. Daraufhin lehnte der Kreistag die Dringlichkeit des Antrags ab. Dazu die GRÜNEN-Abgeordnete Isabella McNicol: „Becker-Bösch benutzte die frischen Informationen, um unseren Antrag abzuschmettern. Das klappte ja auch. Sie stiftete damit allerdings so viel Verwirrung, dass tags darauf die Pressestelle des Kreises sich zu einer Klarstellung veranlasst sah.“

Wie inzwischen bekannt, wurde in dieser Mitteilung klargestellt, dass vereinbarte Erst- und Zweitimpftermine in Büdingen weiter wahrgenommen werden können. Es wurde über die Knappheit der Impfstoffe informiert. Zum Schluss hieß es, dass „aufgrund des anhaltenden Impfstoffmangels der Spielraum für weitere zusätzliche Erstimpfungen eng sei“.

McNicol: „Das klang dann schon wieder anders als am Vortag bei Becker-Bösch. Die Wohnverhältnisse in den Gemeinschaftsunterkünften sind zumeist beengt. Das stellt ein Risiko dar. Deshalb ist es erforderlich, dass dort rasch geimpft wird. Es ist schlechter Stil, wenn Becker-Bösch mit einer überzogenen Darstellung der aktuellen Lage diesem begründeten Anliegen widerspricht und so für Nicht-Befassung sorgt. Vertrauensvolle Zusammenarbeit, zu der zuvor Wolfgang Patzak in seiner Rede als Alterspräsident aufgerufen hatte, sieht so nicht aus.“