Klimaanpassung im Kreis endlich voranbringen

Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bewegt auch die Wetterauer GRÜNEN. Derartige Starkregenereignisse können jederzeit auch den Wetteraukreis treffen. Überflutungen in Folge von Starkregen gab es bereits 2014 in Wallernhausen und 2018 im benachbarten Bellersheim im Kreis Gießen. Insofern gilt es die Lehren zu ziehen. Michaela Colletti:  „Bei den infolge des Klimawandels an Häufigkeit und Intensität zunehmenden Starkregen, kann der Boden die erheblichen Wassermengen nicht aufnehmen. Das kann auch abseits von Fluss- und Bachläufen passieren, wie vor zwei Wochen auch in der Eifel. Wir müssen uns besser auf solche Ereignisse vorbereiten, langfristig den Klimawandel bremsen und sofort den Betroffenen helfen.“

So hatte die Fraktion der GRÜNEN im Kreistag für den Doppelhaushalt 2019/20 beantragt, 100.000 für die Konzeption einer Klimaanpassungsstrategie bereit zu stellen. Colletti: „Leider hat das die CDU/SPD-Koalition genauso abgelehnt wie sie bislang sämtliche Vorschläge für einen ehrgeizigeren und entschlosseneren Klimaschutz abgelehnt hat.“ Auch das Urteil des Bundesverfassungsgericht aus dem April und das geänderte Klimaschutzgesetz im Bund hat diese Koalition nur mäßig bewegt. Es ist enttäuschend, dass die Maßnahmen im Klimaschutzkonzept des Kreises geprüft und gegebenenfalls angepasst werden, ein Fahrplan zur Umsetzung weiterer geeigneter Maßnahmen erst 2025(!) vorgelegt werden soll. Colletti: „Diese Koalition will im Schlafwagen das Ziel der Klimaneutralität erreichen.“

„Die Flutkatastrophe nehmen wir zum Anlass“, so Colletti weiter, „im Kreistag den Katastrophenschutz in der Wetterau wieder in den Blick zu nehmen. „Wie sind wir für Ereignisse wie an Ahr und Erft gerüstet? Welchen Schutz bieten die bestehenden Hochwasserschutzanlagen? Wie sehen die Warnsysteme aus? Was können wir tun, um hier kurz- und langfristig Verbesserungen herbeizuführen?“ Und weiter: „Wir sollten uns dieses Mal auch ernsthaft mit  einer Klimaanpassungsstrategie beschäftigen, statt sie einfach schnöde abzulehnen. So sehr wir uns anstrengen müssen, möglichst schnell die Ziele des Pariser Klimaabkommens sowie Klimaneutralität zu erreichen, so wenig können wir uns der Illusion hingeben, den Folgen des Klimawandels zu entkommen. Die Flutkatastrophe in Deutschland hat gezeigt, wie real sie auch bei uns sind. Wir müssen uns diesen Folgen stellen und jetzt auch die Frage der Klimaanpassung auf die politische Tagesordnung setzen!“