Mehr Photovoltaik auf Kreisgebäuden: GRÜNE fordern Strombilanzkreismodell

Der Wetteraukreis hat insgesamt 88 Schulen mit teilweise mehreren Gebäuden, dazu kommen noch 19 Dienststellen und etliche Gemeinschaftsunterkünfte. Auf den Schulgebäuden, den Sporthallen, den Bürodächern und den Gemeinschaftsunterkünften sind derzeit 52 Photovoltaikanlagen (PV)  installiert. Die allermeisten dieser Flächen sind an Betreiber verpachtet, die die Anlagen selbst gebaut haben und den erzeugten Strom selbst vermarkten. Dabei ist in einigen Fällen der Wetteraukreis  im eigenen Gebäude Kunde. In mehr als der Hälfte der Fälle (27) werden die Anlagen von der OVAG betrieben, gefolgt von der Sonneninitiative (14), der MIEG (3), RIG-Solar (2) und einer Anlage von Main-Spessart-Solar. Der Wetteraukreis betreibt nur fünf Anlagen selbst.

Kreistagsabgeordneter Gerhard Salz

Vergleicht man die Leistungen der Anlagen, so ist festzustellen, dass die großen Anlagen im Wesentlichen den privaten oder genossenschaftlichen Initiativen zuzuordnen sind. Die kleinen Anlagen werden meist von der OVAG oder dem Kreis selbst betrieben. Sie sind offenbar so dimensioniert, dass der Fokus in erster Linie auf den Eigenverbrauch des Gebäudes gerichtet ist und der überschüssige Strom nach EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) verkauft wird. Der GRÜNE Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz dazu: „Auf Fragen, warum nicht größere Teile der vielfach großen Dachflächen für die Stromerzeugung genutzt werden, hieß es: Das lohne sich letztendlich wirtschaftlich nur, wenn der überwältigende Teil als Eigenverbrauch im Gebäude selbst genutzt werde. Die Förderung nach EEG sei zu gering.“

Anderer Abrechnungsmodus soll mit der OVAG ausgehandelt werden

Dabei geht es auch anders: Der Main-Taunus-Kreis hat mit seinem Energieversorger SÜWAG zusammen ein sogenanntes Strombilanzkreismodell entwickelt. Hier wird der vom Kreis selbst erzeugte Strom nicht nur mit dem Verbrauch des Erzeugergebäudes verrechnet, sondern mit dem Verbrauch aller kreiseigenen Gebäude. Im Jahr 2018 hat der Main-Taunus-Kreis dadurch allein mindestens 10.000 € gespart. Der Stromverbrauch in den kreiseigenen Liegenschaften des Wetteraukreises betrug 2019 insgesamt 9505 Megawattstunden. Dem stehen pro Jahr rund 1500 MWh aus der Sonnenproduktion gegenüber.

 

Die Kreistagsabgeordnete der GRÜNEN, Dr. Ina Neher, stellt fest: „Da ist noch viel Luft nach oben. Die Dachflächen sollten in Zukunft bei entsprechender Eignung komplett mit PV-Anlagen

Kreistagsabgeordnete Dr. Ina Neher

bestückt werden und der Kreis soll das optimaler Weise selbst betreiben. Die eingesparten Energiekosten werden die Investitionen im Lauf der Jahre übertreffen.“

GRÜNE wollen Vereinbarung mit der OVAG

Die Kreisgrünen fordern in der nächsten Kreistagssitzung den Kreisausschuss auf, mit dem hiesigen Stromversorger OVAG eine ähnliche Vereinbarung wie zwischen dem Main-Taunus-Kreis und der SÜWAG abzuschließen. Sie sind sicher, dass eine solche Regelung die Eigenstromerzeugung auf den Dächern des Kreises beflügeln und so für ein weiteres Fortschreiten der nachhaltigen Stromproduktion sorgen wird.