Austausch-Treffen der Kreisfraktion mit Sparkasse Oberhessen

Aufgrund des guten Wahlergebnisses bei der Kommunalwahl im letzten Jahr sind die Wetterauer GRÜNEN wieder im Verwaltungsrat der Sparkasse Oberhessen vertreten. Der Sitz dort wird durch Myriam Gellner, Kreisfraktionsmitglied der GRÜNEN, wahrgenommen. Anlass genug also für ein Treffen der Kreistagsfraktion mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Oberhessen, Frank Dehnke. Als Ort der Begegnung wurde die Kreisgeschäftsstelle der Partei in Friedberg gewählt.

Zunächst ging es um die Entwicklung der Sparkasse und die Herausforderungen, denen sie sich gegenübersieht. Was braucht die Wirtschaftsregion Wetterau, was die hier ansässigen Firmenkunden, wie wandelt sich das Privatkundengeschäft? Thema deshalb auch die Frage der GRÜNEN zur Anzahl von Filialen in der Fläche und die Verfügbarkeit von Geldautomaten. Der Trend zur Digitalisierung und zur bargeldlosen Zahlung führt hier immer wieder zu öffentlichen Debatten. Dehnke betonte, dass die Nachfrage nach Bargeldabhebungen bei der Sparkasse Oberhessen im letzten Jahr um rund ein Drittel zurückgegangen sei. Persönlicher Service in Filialen werde ebenfalls viel weniger nachgefragt. Bereits vor der Pandemie sei die Kundenfrequenz in kleineren Filialen stetig rückläufig gewesen. Mit Corona erkannten noch mehr Menschen die Vorteile von einfach zu nutzenden digitalen und medialen Service- und Beratungsangeboten, in die die Sparkasse in letzter Zeit erheblich investiert habe. Auch ältere und vermeintlich weniger digital-affine Menschen nutzten zunehmend die Online-Filiale oder die Telefon-Filiale, bei der täglich rund 1.300 Anrufe eingingen. Als traditioneller Partner des Mittelstandes werde man der heimischen Wirtschaft auch zukünftig in Zeiten mit steigender Inflation, einer sich abzeichnenden Zinswende und den globalen Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Weiteres Thema war die Sparkasse als Arbeitgeber. Isil Yönter, Fraktionssprecherin, hakte nach: „Wie sieht sich die Sparkasse als Arbeitgeber und Ausbilder in der Region? Wie haben sich Arbeitsplätze entwickelt, wie geht sie mit dem Trend zum mobilen Arbeiten um, wie kommt die Sparkasse ihrem Auftrag der Unterstützung des Gemeinwohls in der Region nach und wie sieht es mit der Frauenförderung innerhalb der Sparkasse aus?“ Dehnke erläuterte, dass rund 1/3 der Führungskräfte weiblich seien, auch wenn man in der obersten Führungsriege hier noch Nachholbedarf sehe. Auch suche man wieder rund 20 Auszubildende, die bei entsprechenden Leistungen ein garantiertes Übernahmeangebot erhielten. Das mobile Arbeiten sei während der Corona-Pandemie massiv ausgebaut worden. Dies wolle man unbedingt beibehalten. Über die Hälfte der rund 800 Beschäftigten nutzten die Möglichkeit bereits. Man arbeite hier an dauerhaften Konzepten. Traditionell sei sich die Sparkasse Oberhessen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst: Mit einem Gesamtbetrag im Jahr 2021 von über 771.000 Euro wurden allein 906 Projekte gemein-nütziger Vereine und Einrichtungen durch Spenden und Sponsoring unterstützt und ermöglicht. Darunter sei auch ein Corona-Sonderprogramm gewesen und für dieses Jahr habe man ein Programm speziell für Geflüchtete aus der Ukraine aufgelegt.

Von zentraler Bedeutung aus Sicht der GRÜNEN waren darüber hinaus Fragestellungen rund um den Themenkomplex Nachhaltigkeit. Nach entsprechendem Austausch meinte Myriam Gellner aus der Kreisfraktion dazu: „Wir begrüßen es, das die Initiativen der Sparkasse wie zum Beispiel die Einführung des Jobticket für die Belegschaft vorangetrieben werden und das die Sparkasse bereits eine interne Task Force zum Thema Nachhaltigkeit installiert hat.“ DIE GRÜNEN erfuhren darüber hinaus, dass der Erwerb von Jobrädern über Gehaltsumwandlung für die Mitarbeiter:innen bereits jetzt möglich ist. Auch die Umstellung der Dienstwagenflotte auf Elektromobilität mitsamt Errichtung von Ladesäulen ist bereits in der Umsetzung. „Der Themenkomplex Nachhaltigkeit wird immer stärker gesamtgesellschaftlich an Bedeutung gewinnen und wir wollen als Unternehmen bis 2030 klimaneutral sein“ so Dehnkes Blick in die Zukunft. Nachhaltiges Handel in allen Bereichen sei inzwischen fest in der Unternehmensphilosophie verankert – und das nicht nur wegen Zielvorgaben aus der Politik. Umwelt, Klimaschutz- und Risikobewertungen flössen daher immer stärker in das Handeln der Sparkasse ein. Hier wolle man ein wichtiger Begleiter des ökologischen und ökonomischen Wandels für die Region sein. Dementsprechend werde man das Angebot nachhaltiger Geldanlagen ausweiten, den Wandel in der Region finanzieren und selbst mit gutem Beispiel voranschreiten.

Die GRÜNEN werteten den Austausch als wichtig und konstruktiv und möchten ihn künftig fortsetzen.

Foto (v.l.n.r.) Frank Dehnke, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Oberhessen und Myriam Gellner, Kreisfraktionsmitglied BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Verwaltungsratsmitglied