Die Ausschreibung der letzten Tranche der Schulsozialarbeit im Wetteraukreis hat im vergangenen Jahr erheblichen Wirbel verursacht. Unverständnis gab es vor allem über den abrupten Abbruch gewachsener Beziehungsstrukturen, weil das anstehende Ausschreibeverfahren nicht mit den Betroffenen kommuniziert wurde. Zudem wurde in der Öffentlichkeit der Vorwurf laut, mit dem Trägerwechsel ginge Lohndumping einher. All das war der Fraktion der GRÜNEN Grund genug für einen Akteneinsichtsausschuss Nun steht für das kommende Jahr die Neuausschreibung der nächsten Tranche an. Für die GRÜNEN bedeutet das vor allem, Konsequenzen aus der kritisierten letzten Ausschreibungsrunde zu ziehen. Sie sehen die Notwendigkeit einer stärkeren Anbindung des gesamten Verfahrensprozesses an den Sozial- und Bildungsausschuss des Kreistags.

Dazu die Co-Fraktionsvorsitzende Isil Yönter: „Beim letzten Mal stellte sich die einfache Erklärung der Bewerber zur Tariftreue als Schwachpunkt heraus. Denn es gibt Haustarifverträge, bei denen die Beschäftigten wesentlich niedriger bezahlt werden als bei anderen. Hier sehen wir den Kreis als Auftraggeber mit in der Verantwortung, solchen Tendenzen entgegen zu steuern. Die Frage nach dem Anteil der Besetzung des Personals mit Nichtfachkräften berührt unmittelbar die Qualität der Versorgung. Dieser Anteil ist für uns möglichst gering zu halten, da den großen schulischen Herausforderungen professionell begegnet werden muss. Die pädagogische Rahmenkonzeption des Kreises sehen wir als überarbeitungsbedürftig an.“

Der GRÜNEN Bildungspolitiker Oliver Seuss ergänzt: „Schule hat sich verändert. Die gesamte Bildungslandschaft steht vor schwierigen psychosozialen Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche. Der Schulsozialarbeit muss viel mehr Gewicht gegeben werden und das bedeutet, bessere Bezahlung und viel mehr Personal. Darüber müssen wir vor der nächsten Ausschreibung reden. Unser Vorschlag: Das gesamte Verfahren von Ausschreibung, Vergabe und Bewertung in den beiden Ausschüssen Soziales und Bildung vorstellen, beraten und beschließen zu lassen. Wir verbinden damit die Erwartung einer engagierten Diskussion für eine qualitativ gute Schulsozialarbeit im Wetteraukreis. Auf diese Weise sollten Irritationen und Proteste am Ende des Ausschreibe- und Vergabeverfahrens vermieden werden können.“