GRÜNE im Kreistag wollen Schüler*innen beim Energiesparen beteiligen

In einer aktuellen Pressemitteilung weist der Landrat auf das Projekt „Klimaexperten an Wetterauer Grundschulen“ hin, das in sein achtes Jahr startet. In einer Vorlage für den nächsten Kreistag schlagen die GRÜNEN vor, die Schulen wieder an den ersparten Kosten geminderter Energiemengen zu beteiligen. Der Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz weist auf ein Modell hin, das es schon vor mehr als 20 Jahren gab.

Wetteraukreis entwickelte seinerzeit ein Beteiligungsmodell

Ende der 90er bis Mitte der 2000-der Jahre existierte im Wetteraukreis ein Beteiligungsmodell fürs Energiesparen. Dabei bekamen die mitmachenden Schulen für jede Kilowattstunde nicht verbrauchter Wärme- und Elektroenergie einen Anteil von mindestens 50 % der Kosten ausbezahlt. Als Referenzwert nahm man damals die jährlich witterungsbereinigten Zahlen der 90er Jahre. Dieses Modell endete leider mit der beruflichen Umorientierung des damit betrauten Mitarbeiters der Kreisverwaltung.

Schulen bekamen hohe Summen ausbezahlt

Kreistagsabgeordneter Gerhard Salz

Salz, zu dieser Zeit Lehrer an der Gesamtschule Konradsdorf, unterrichtete jährlich einen Wahlpflichtkurs, dessen Aufgabe es war, das Energiesparen an der Schule zu begleiten. Schüler*innen untersuchten an einem Nachmittag in der Woche das gesamte Schulgebäude auf das Verhalten der einzelnen Klassen. Für Licht ausschalten, Heizung auf den vereinbarten Wert drehen, Fenster und Türen schließen, Abfall richtig sortieren, usw. gab es nach einem klug ausgewählten Punktesystem Bewertungen. Diese wöchentlichen Ergebnisse trug man zusammen und erstellte am Schuljahresende ein Ranking der gesamten Schule. Mindestens 10 Klassen erhielten bei einer kleinen Siegesfeier Prämien von der Schule. Neben 300 DM für die Klassenkasse und anderen Geldprämien gab es Gutscheine fürs gemeinsame Eis essen, für den Klassenbesuch im Schwimmbad, Spiele für die Klassengemeinschaft und einiges andere mehr. Die Schule profitierte am Ende mit manchmal fünfstelligen DM-Beträgen. Der Wetteraukreis sparte dabei natürlich ebenfalls in dieser Größenordnung.

Energiekrise fordert Beteiligung geradezu heraus

Die momentane Energiekrise fordert allen viel ab. Deswegen sollten überall die Betroffenen beteiligt werden. In den Schulen kann man das sogar steuern. Der Wetteraukreis ist schließlich Schulträger. Die GRÜNEN nehmen den Vorschlag des BUND auf und fordern ein 50 : 50 -Modell. Alles, was an Kosten für Heiz- und elektrische Energie eingespart wird, bekommen die Schulen zur Hälfte ausbezahlt. Besser kann man nicht motivieren! Sicher gibt es mittlerweile auch in unseren Schulen intelligente Schaltkreise, die vieles von alleine regeln. Trotzdem bleibt letztendlich ein gewisser Anteil am Verbraucherverhalten, der sich auf diesem Weg gut beeinflussen lässt.