GRÜNE halten am Wiegesystem für Restmüll fest

GRÜNE halten am Wiegesystem für Restmüll fest

Im Wetteraukreis laufen aktuell Diskussionen, dass mit der Neuausschreibung der Abfalleinsammlung die Abschaffung des bislang praktizierten Wiegesystems verbunden ist. Die GRÜNE Kreistagsfraktion nahm das zum Anlass, ihren Umweltarbeitskreises einzuberufen. Mit 27 Teilnehmenden war das Interesse am Thema Änderungen der Müllabfuhr hoch. Der Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz dazu: „Als Sachverständige waren der Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes Wetterau (AWB), Dr. Jürgen Roth, sowie zwei Mitarbeiter der Firma SULO, Herr Tim Kiese und Herr Christian Föttinger, vertreten. Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) sagte seine Teilnahme ab.“ Er schrieb aber: „Im Übrigen möchten wir darauf hinweisen, dass der HSGB weder der ursächliche Initiator der Abschaffung der Wiegegebühren ist, noch dies in den Kommunen auf unser Betreiben hin geschieht.“ Sehr interessante und aufschlussreiche Sachvorträge der Referenten belebten die Diskussion. Alle Kommunen im Wetteraukreis haben das Thema auf dem Tisch, da der AWB angeboten hat, die nächste europaweite Ausschreibung der Abfalleinsammlung im Jahr 2024 für die Kommunen gemeinsam durchzuführen.

Dr. Jürgen Roth und Gerhard Salz

Wetteraukreis ist derzeit Flickenteppich

Dr. Roth stellte dar, dass der Wetteraukreis derzeit bzgl. Einsammlung des Restmülls ein großer Flickenteppich sei. Die Einsammelrhythmen reichen von 2-wöchentlich über 3-wöchentlich bis nur ein Mal im Monat. Die Behältergrößen schwanken zwischen 40 Litern und 1.100 Litern. Dazwischen findet man noch vier verschiedene Tonnengrößen. In manchen Kommunen gibt es Grundgebühren, Behältergebühren, Grundstücksgebühren oder Gebühren für den abgefahrenen Müll. Natürlich wird dieser auch noch verschieden eintaxiert. Drei Kommunen zählen die Leerungen der Tonnen im Jahr, sieben Kommunen bemessen sie nach dem Behältervolumen und 14 Kommunen wiegen den Restmüll. Bei der Komposttonne sieht es nicht ganz so bunt aus, es gibt aber auch noch Unterschiede. Noch geringere Unterschiede existieren bei der Altpapiereinsammlung mit 12 oder 13 Terminen im Jahr. Hier reißt lediglich Karben mit 25 Abfuhren aus. Wenn dies alles so beibehalten werden sollte, könnte eine gemeinsame Ausschreibung teuer werden. Ausnahmen im Wetteraukreis sind Bad Nauheim, das seine eigene städtische Einsammlung durchführt, sowie Bad Vilbel, das außerhalb des Kreises entsorgt.

Wiegesystem geht auch genauer

Die beiden Vertreter der Anbieterfirma SULO stellten klar, dass die Genauigkeit beim Wiegesystem durchaus besser gehe als derzeit im Wetteraukreis. SULO vertreibt fast alle Produkte, die mit der Abfallentsorgung zusammenhängen. Beim Wiegesystem hatte der Hessische Städte- und Gemeindebund bekanntlich die Rechtssicherheit in Frage gestellt, weil Mengen unter 5 kg von den derzeit benutzten Waagen nicht genau erfasst würden. Aber stellt jemand, der weniger als 5 kg in seiner Restmülltonne hat, diese überhaupt auf die Straße? Demgegenüber fangen die Waagen, die SULO vertreibt, bereits bei 2,5 kg an zu wiegen und bestimmen die Mengen bis 50 kg in 0,5 kg-Schritten, danach bis 100 kg in 1 kg-Schritten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Waagen regelmäßig gereinigt und in bestimmten Intervallen nachgeeicht werden. Letzteres ist aber ohnehin vorgeschrieben. Von Nachteil sind die höheren Kosten des Wiegesystems. Das ist allerdings auch heute schon so. Der große Vorteil besteht jedoch in der exakten Bestimmung der Abfallmengen nach dem Verursacherprinzip. Das erreicht man mit keiner anderen Methode.

Einigkeit bei Komposttonne und Abfuhrterminen

Einigkeit bestand bei den GRÜNEN hinsichtlich der Bioabfalltonne. Hier unterstützen sie die  Überlegungen des AWB und das Ziel der Vereinheitlichung der Abfuhrtermine. Es scheint sinnvoll, die Komposttonne nicht mehr zu wiegen und sie überall verpflichtend vorzuschreiben. Denn einheitliche Abfuhrintervalle im ganzen Kreis sind bei der Ausschreibung sicher ein Pfund, das den Gesamtpreis deutlich senken kann. Über die künftige Gebührengestaltung wird im Fall der Biotonne dann noch zu reden sein.

Wiegesystem wird Verursacherprinzip gerecht!

Wer seinen Abfall trennt und Restmüll vermeidet, wo immer es geht, fährt mit dem Wiegesystem am besten. Da ja die GRÜNEN den Restmüll weiter verringern wollen, ist es das beste System für diesen Zweck. Diejenigen, die weiter die graue Tonne kräftig füllen, sollen dafür auch mehr bezahlen. Salz abschließend: „Gerne diskutieren wir eine gemeinsame Ausschreibung für die Abfalleinsammlung in den Kommunen mit, wollen aber das Wiegen des Restmülls erhalten!“