Der Wetterauer Kreistag hat am 14.07.2021 einstimmig beschlossen, ab dem Schuljahr 2023/24 für die Schüler*innen der Oberstufen und der Beruflichen Schulen mit Wohnort im Wetteraukreis ein kostenfreies Schülerjahresticket einzuführen. Es soll analog zum bereits bestehenden Schülerticket im Nahverkehr in ganz Hessen gelten. Der Kreisausschuss wurde beauftragt, hierzu ein dreijähriges Pilotprojekt durchzuführen.
Bisher nutzen ca. 2.900 Schüler*innen dieses Ticket, das zu 365 € als Jahresticket erworben werden kann. Die Anzahl der Schüler*innen, die für den künftig kostenfreien Bezug in Frage kommen, wird mit ca. 8.900 angegeben. Während bisher von den Schüler*innen dafür insgesamt ca. 1,06 Mio. € pro Jahr aufgebracht wurden, gäbe der Kreis bei 100 % Teilnahme pro Jahr ca. 3,25 Mio. € aus.
Verworrenheit in der Sitzung des Bildungsausschusses
Im September wurde dazu im Bildungsausschuss ein Sachstandsbericht gegeben. Dabei erklärte Landrat Weckler, dass der Kreis mitnichten die 365 € pro Karte zahlen müsse, sondern stattdessen 430 €. Begründet würde dies vom RMV und den Verkehrsbetrieben mit alten vertraglichen Regelungen und einem Erlass, die sich im Wesentlichen auf die Finanzierung des Schülerverkehrs in der Mittelstufe beziehen. Die „neuen“ Kosten für den Wetteraukreis beliefen sich demnach auf 3,83 Mio. €, also ca. 600.000 € mehr als die Karten im freien Verkauf kosten. In drei Jahren würden sich die Mehrkosten auf 1,8 Mio. € summieren.

Landtag und Staatssekretär eingeschaltet
Der GRÜNEN-Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz schaltete daraufhin den Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Jens Deutschendorf, ein. Zugleich stellte Co-Fraktionsvorsitzender Michael Rückl Kontakt zur verkehrspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion, Karin Müller, her. Bei ihr stieß das Anliegen auf großes Verständnis. „Wir GRÜNE unterstützen die Initiative der flächendeckenden Einführung des kostenlosen Schülertickets voll und ganz! Wir sehen aber nicht ein, dass der Wetteraukreis für eine sinnvolle neue freiwillige Leistung über die Maßen hinaus zur Kasse gebeten werden soll,“ so Rückl und Salz.
Erneut Thema im Kreistag

Salz weist darauf hin, dass das Thema auf Grund einer Initiative der GRÜNEN am kommenden Mittwoch im Kreistag beraten wird. „Uns geht es darum, mit dem RMV nachzuverhandeln. Erste Signale aus Wiesbaden stimmen mich zuversichtlich, dass es am Ende zur angestrebten günstigeren Regelung für den Wetteraukreis kommen könnte“, so Gerhard Salz.