Starkregenfrühwarnsystem auch für den Wetteraukreis

Im Landkreis Fulda wurde in Form eines Modellprojekts ein Hochwasser- und Starkregenfrühwarnsystem auf den Weg gebracht. Die Freien Wähler beantragten vor zwei Jahren die Prüfung des Einsatzes eines solchen Systems auch im Wetteraukreis. Beschlossen wurde schließlich, sich die Fuldaer Ergebnisse nach Abschluss des Modellprojekts im Ausschuss für Regionalentwicklung vorstellen zu lassen. Das geschah nun in dessen Dezembersitzung. Garniert wurde die Präsentation mit einer überraschenden Mitteilung. Der Wetteraukreis hat  zusammen mit dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis eine Bewerbung um die Förderung eines solchen Frühwarnsystems abgegeben.

 

Christa Degkwitz

Die Fraktion der GRÜNEN begrüßt das Handeln des Kreisausschusses. Ausschussmitglied Christa Degkwitz: „Laut Fachstelle für Wasser- und Bodenschutz verfügt der Wetteraukreis über ein bewährtes Netz zum Schutz und zur frühzeitigen Alarmierung bei Hochwasser. Das allerdings hilft bei den plötzlich auftretenden Starkregen wenig. Hier setzt das Starkregenfrühwarnsystem des Kreises Fulda an. Ein dicht geknüpftes Monitoringsystem, bestehend aus  Niederschlagsensoren, Kanalwächtern sowie Pegelmessungen, überwacht mit Hilfe einer KI-basierten Auswertung die Auswirkungen des Wettergeschehens. Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Hilfsorganisationen können so früher über sich anbahnende Gefahrenlagen informiert werden. Das sei wesentlich wirksamer als z.B. die flächigen und daher eher ungenauen Starkregenwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Das System melde Gefahren bereits, bevor zwischen 15 und 45 Minuten später die ersten Anrufe bei den Feuerwehren eintreffen.“

 

Abgeschlossen ist das Projekt noch nicht ganz. Es sind noch Anpassungen erforderlich, es fehlt z.B. noch eine digitale Alarm- und Einsatzplanung für die Feuerwehren. Ca. eine Mio. € hat das Starkregenfrühwarnsystem den Kreis Fulda gekostet. Allerdings gab es auch 830.000 € Förderung vom Land dazu. Für die drei Kreise Wetterau, Hochtaunus und Main-Taunus zeichnen sich höhere Kosten, aber auch eine 90% Förderung ab. Die Kreise müssten jeweils 275.000 € aus Eigenmitteln dazu zahlen.

 

„Gut verwendetes Geld“, kommentiert Christa Degkwitz. „Mittlerweile ist dem nicht ignoranten Teil der Menschheit klar, welch ungekannten Wetterausschläge die Klimaerwärmung mit sich bringt. Ihnen ist auch klar, dass der Klimaschutz viel zu langsam vorankommt. Umso mehr Bedeutung fällt der Klimaanpassung zu. Dazu gehört unzweifelhaft ein Starkregenfrühwarnsystem. Damit allein ist es allerdings auch nicht getan. Auch die Menschen müssen sich in ihrer eigenen Verantwortung ebenfalls auf die höheren Risiken einstellen. Dass der Wetteraukreis die Chance ergriffen hat, sich nun um den Aufbau eines solchen Systems zu kümmern, findet unser ausdrückliches Lob.“