Wetterauer GRÜNE besuchen innovative und nachhaltige Produktionsunternehmen aus der Kunststoffbranche in Wölfersheim
Die Arbeitskreis Regionalentwicklung der GRÜNEN Kreistagsfraktion besuchte zusammen mit der Landtagsabgeordneten Kathrin Anders und Vertretern der Wölfersheimer GRÜNEN zwei Produktionsunternehmen der FRANK-Gruppe. Der Geschäftsführer Thomas Frank begrüßte mit drei leitenden Mitarbeitern die Besuchergruppe und stellte seine Unternehmen vor. Als Systemanbieter vertreibt die FRANK-Gruppe Systemlösungen u. a. für die Bereiche Energie- und Wasserversorgung, Heizung, Abwasser, Erdwärme, Industrie und Kabelschutz. Die Produkte werden weltweit ausgeliefert, mit Standorten in Deutschland, Polen, Frankreich, Spanien, den USA und der Schweiz. In den vergangenen zwei Jahren konnte der Umsatz der Unternehmensgruppe die Summe der davorliegenden 12 Jahre übertreffen.
AGRU-FRANK und FRANK KUNSTSTOFFTECHNIK
Die beiden Unternehmen gelten als Pioniere der Branche und sind führende Hersteller von Rohrsystemen, Behältern und Formteilen, die insbesondere in kritischen Infrastrukturen Verwendung finden. Ausschließlich recyclebare, umweltfreundliche Kunststoffe verleihen den Produkten eine hohe Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. Beide Unternehmen zeichnen sich durch Innovationskraft, Qualität und Nachhaltigkeit aus. Zudem ergänzen sie sich als Systemanbieter für innovative Geothermielösungen. Viele der Produkte sind für Lebensdauern von mehr als 100 Jahren ausgelegt. Auch im Anschluss an die Nutzung können die Produkte als wertvoller Rohstoff wieder dem ursprünglichen Produktionsprozess zugeführt werden.
Zusammenfassend tragen Rohrsysteme und Behälter aus der Wetterau dazu bei, dass Abwasser sicher abgeleitet wird, die Trinkwasserversorgung für kommende Generationen gesichert bleibt und geothermische Energie effizient genutzt wird.
Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Innovationskraft und Nachhaltigkeit der Unternehmen. Landtagsabgeordnete Kathrin Anders hob die Bedeutung solcher Betriebe für die regionale Wertschöpfung und die ökologische Transformation hervor: „Nachhaltige Materialien und langlebige Produkte sind entscheidend für eine ressourcenschonende Zukunft. Die FRANK-Gruppe beweist, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung kein Widerspruch sind.“
Wärmewende war zentrales Thema
Besonderes Interesse zeigten die Besucher*innen beim Thema Wärmewende. Die Städte und Gemeinden haben in einem nach der Größe der Kommunen abgestuften Zeitraum die Aufgabe, eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen. Davon ist laut Marcus Stadler Stadtverordneter aus Nidda bisher nur bei wenigen Kommunen jetzt schon etwas zu bemerken. Stattdessen beraten viele Heizungsbauer im Wetteraukreis die Eigner*innen von Bestandsgebäuden weiterhin so, dass eine neue Gaszentralheizung oder eine Ölheizung eingebaut werden soll. Gerhard Salz aus Florstadt berichtete über den Einbau von ca. 300 neuen Ölheizungen im letzten Jahr in seinem Heimatort. Dabei gibt es Alternativen: Wärme lässt sich so ziemlich aus allem herausholen. Neben der mittlerweile etablierten Luftwärmepumpe im Neubau kann man geothermisch mit bis zu 300 m tiefen Erdwärmesonden, flächigen Anlagen zur Gewinnung kalter Nahwärme oder aus stehenden oder fließenden Gewässern (sogar Abwasserleitungen) Wärme herausholen. Die Fertigung der vielfältigen Bauteile für die innovativen Systeme der beiden Firmen konnten sich die Besucher im Rahmen der Werksführung anschauen.
Photovoltaik und Recycling selbstverständlich
Einen Großteil der für die Produktion benötigten Energie gewinnen die Firmen selbst durch Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern. Auch die Recyclinganlage für den Kunststoff zeigte man den Besucher*innen. In den sensiblen Bereichen wie dem Trinkwasser darf nach Fertigungsnormen nur Polyethylen Neumaterial zum Einsatz kommen. Bei Anwendungen wie dem Abwasser können dagegen auch recyceltes Polyethylen untergemischt werden. PE lässt sich besonders gut recyceln: Aus den Produktionsabfällen entsteht z.B. wieder ein Teil des Granulats für die Weiterverwendung.
Kunststoff als erdölbasierter Werkstoff hinnehmbar?
In der Diskussion erörterte man auch die Frage, ob Kunststoff als Produkt der Rohölraffinerie als Werkstoff noch hinnehmbar sei. Der Anteil von PE bei der Raffinerie betrage 1 bis 2 Prozent. Im Gegensatz zu PVC ist PE völlig ungefährlich und kann nach seinem Einsatz wieder sortenrein recycelt werden. Selbst wenn sich der Einsatz von Erdöl gegen Null reduzieren ließe, sind die leitenden Mitarbeiter der Firmen guter Hoffnung, dass es dann biologisch erzeugte Alternativen geben wird. Methangas wäre hier als Grundstoff eine Möglichkeit.
„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“
Christa Degkwitz (Bürgermeisterkandidatin aus Echzell) resümiert: „Die Lösungen, die wir hier vor der Haustür geboten kriegen sollten wir ernst nehmen und weiterverfolgen. Die Wärmewende wird nur gelingen, wenn wir jetzt damit beginnen!“.
Kathrin Anders ergänzt: „Solche Innovationskraft in der Wetterau wird die Wärmewende weiter voranbringen. Kommunen können davon profitieren, indem sie nachhaltig in eigene Infrastruktur investieren und Bürgerinnen und Bürger finanziell entlasten.“