Mit einem Änderungsantrag zum Kreishaushalt 2025 wollte die Kreistagsfraktion der GRÜNEN mehr Mittel für den Kampf gegen häusliche Gewalt bereitstellen. Insbesondere geht es um davon mitbetroffene Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. Sie müssen stärker als bisher in den Fokus für altersgerechte Beratung und Prävention genommen werden.

Die Abgeordnete Myriam Gellner berichtet: „Im Rahmen eines Fachvortrags im Ausschuss für Jugend, Soziales, Familie, Gesundheit und Gleichstellung wurde deutlich: betroffene Mädchen und Jungen sind oftmals geprägt von traumatischen Erfahrungen. Sie weisen lebenslang Leidensspuren in der eigenen Biografie und durch generationsübergreifend gewaltgeprägte Beziehungsmuster auf. Der hier notwendige Beratungs- und Betreuungsbedarf muss stärker erkannt und ausgebaut werden. Deshalb machen wir uns dafür stark, zielgruppengerechte Präventions- und Aufklärungsarbeit rund um das Thema auf Kreisebene zu etablieren. Der bereits in der Istanbul-Konvention thematisierte und geforderte Gewaltschutz für junge Betroffene muss unter dem Gesichtspunkt der Kindeswohlgefährdung offensiv mit praktischen Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. Es braucht die Bereitstellung von altersgerechten Schutz- und Hilfsdiensten sowie die Etablierung einer psychosozialen Beratungs- und Präventionsarbeit.“
Fraktionskollegin Isil Yönter zum entsprechenden Vorschlag der GRÜNEN: „Die beantragte Summe von 40.000 € sollte eine Anschubfinanzierung für die Initiative „Pepper“ des Frauen-Notruf Wetterau e.V. sein. Damit hätte eine Anlaufstelle für Betroffene im Kreis aufgebaut werden können, um wichtige Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Kitas, Schulen, Jugendämtern, Polizei und Justiz zu starten.“
Bedauerlicherweise wurde der Vorschlag von der Kreistagsmehrheit abgelehnt. Kein Grund für die GRÜNEN, zu hadern. Myriam Gellner: „Da wir von der Notwendigkeit einer solchen Arbeit überzeugt sind, werden wir uns auf andere Art im Kreistag für deren Realisierung einsetzen.“