Standortwahl umfassender denken: GRÜNE machen Tennet-Umspannwerk zum Thema im Kreistag

Das 30 ha große Tennet-Umspannwerk erregt die Wetterauer Gemüter. Besonders in Reichelsheim, dem von Tennet favorisierten Standort. Dieser Standort wird rundweg abgelehnt, eine kompaktere Bauweise der Anlage gefordert. Die GRÜNEN im Kreistag sehen es ähnlich. Abgesehen davon, dass es auch Stimmen gibt, die die Notwendigkeit bestreiten, rückt für die GRÜNEN der immense Druck auf die Böden der Wetterau in den Vordergrund. Aus ihrer Sicht muss daher die Standortwahl umfassender gedacht werden.

 

Co-Fraktionsvorsitzender Michael Rückl: „Seit der Diskussion um das Rewe-Logistikzentrum hat das Argument des wertvollen Wetterauer Ackerbodens einen herausgehobenen Stellenwert. Zugleich schützt ihn offenbar niemand. Der neue Regionalplan Südhessen kennt als Expansionsgebiet für Siedlung und Gewerbe vor allem die Wetterau. Weitere gut 1.000 ha zumeist Ackerboden sollen zusätzlich versiegelt werden. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister spielen mit. Hier ist der gute Boden offenbar egal. Hinzu kommen Freiflächen-PV-Anlagen (immerhin keine Versiegelung), Leitungsbau, jetzt das Umspannwerk. Die Wetterau als historische Agrarregion wird systematisch zugebaut. Wer wehrt sich eigentlich dagegen?“

 

Am Beispiel des Umspannwerks lässt sich der Weg des geringsten Widerstands beobachten. Hier sucht Tennet nach einschlägigen Suchkriterien den für seine Belange besten Standort aus. Aber ist das auch der beste Standort für die Landwirtschaft oder für die Allgemeinheit? „Sicher nicht“, so Michael Rückl. „Angenommen, die Anlage sei notwendig und sie muss hier platziert werden, dann sollten auch andere Kriterien bei der Suche eine Rolle spielen. Zum Beispiel gibt es auch wesentlich schlechtere Böden. Daher schlagen wir vor, Tennet in den Ausschuss für  Regionalentwicklung des Kreistags einzuladen, um über Standortalternativen und eine kompaktere Bauausführung zu reden. Mag sein, dass eingewendet wird, der Kreistag sei nicht zuständig. Dem muss entgegen gehalten werden: Wenn der Kreistag sich nicht drum kümmert, dass die Wetterau Stück für Stück ihre wertvollen Ackerböden und ihre Identität verliert, wer dann?“