Kreistag soll Idee der Verlängerung der S-Bahn von Friedrichsdorf nach Friedberg unterstützen

Die Deutsche Bahn hat bekannt gegeben, dass sie plant, die Strecke zwischen Friedberg und Friedrichsdorf bis 2028 zu elektrifizieren. Hintergrund der Maßnahme ist die Ertüchtigung der Strecke für den Ausweichverkehr, wenn es zum viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Bad Vilbel und Friedberg kommt. Die Elektrifizierung eröffnet die Chance, die S5 ab Friedrichsdorf als ‚S5 plus‘ nach Friedberg zu verlängern. Die Bürgermeister von Friedrichsdorf, Rosbach und Friedberg haben an RMV und Land die Erwartung nach klaren Signalen für diese Perspektive formuliert. Die CDU-Kreistagsfraktion hat sich positiv zu dieser möglichen Verlängerung geäußert. Die GRÜNEN-Kreistagsfraktion schließt sich an, geht aber noch einen Schritt weiter. „Wir wollen“, so die Abgeordnete Christa Degkwitz, „dass sich der Kreistag und damit die gesamte Wetterau hinter diese Forderung stellt.“

Christa Degkwitz
Kreistagsabgeordnete

Mit der angekündigten Elektrifizierung der Strecke tun sich völlig neue Möglichkeiten auf. Bisher verkehrt zwischen Friedberg und Friedrichsdorf die Regionalbahnlinie 16 – in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand von Problemen, sei es durch ausfallende Verbindungen oder verpasste Anschlüsse in Friedrichsdorf. Immerhin wurde durch den Bau von Ausweichgleisen inzwischen für mehr Flexibilität im operativen Ablauf gesorgt. Christa Degkwitz: „Die S-Bahn zwischen Frankfurt und Friedrichsdorf verkehrt alle halbe Stunde. Eine Verlängerung bis Friedberg würde in etwa das bestehende Angebot auf der Linie 16 ersetzen. Insofern sollte die Finanzierung eines künftigen S-Bahn-Verkehrs machbar sein. Allerdings gibt es noch Probleme mit Höhe und Länge der Bahnsteige an den Haltepunkten. Sie sind für eine S-Bahn zu niedrig bzw. zu kurz. Neben der Elektrifizierung müssten also noch weitere Vorarbeiten geleistet werden, um die Idee in die Tat umzusetzen.“

Die GRÜNEN wollen erreichen, dass auch der Kreistag sich hinter die Forderung der Bürgermeister stellt. Sie wollen aber auch besonders den Landrat in die Pflicht nehmen. Degkwitz dazu: „Der Landrat ist der Vertreter des Kreises im Aufsichtsrat des RMV. Der RMV ist verantwortlich für den Nahverkehr in der Region – und zusammen mit dem Land immer auch verantwortlich für die Investitionen ins Nahverkehrsnetz. Er ist also die zentrale Organisation, in der die Idee einer ‚S5 plus‘ diskutiert und vorangetrieben werden muss. Insofern fällt dem Landrat die wichtige Rolle zu, sich dort für die Idee stark zu machen. Für die Wetterau hat sich eine Chance aufgetan, aus der wir jetzt gemeinsam was machen müssen.“