Budget für kurzfristigen Hitzeschutz

Die extreme Hitze ist vorbei, das Thema aber hat sich eindrücklich auf die politische Agenda gesetzt. Die Fraktion der GRÜNEN will darauf reagieren, indem sie den Hitzeschutz in den kreiseigenen Liegenschaften in den Blick nimmt. Dabei muss anerkannt werden, dass der Wetteraukreis einen Hitzeaktionsplan hat. Zudem wird aus einer Anfrage im letzten Herbst klar, dass er bei Neubauten und Sanierungen Hitzeschutz mitberücksichtigt. Ein Besuch in der Ernst-Reuter-Schule, einer Grundschule mit Vorklasse in Bad Vilbel, macht deutlich, was dennoch im Argen liegt. Um diese Lücke zu schließen, schlagen die GRÜNEN ein Budget im Haushalt vor. Daraus sollen kurzfristige Hitzeschutzmaßnahmen außerhalb von bereits geplanten Maßnahmen finanziert und somit umgesetzt werden können.

„Wir sind in die Ernst-Reuter-Schule gegangen“, so Co-Fraktionsvorsitzende Isil Yönter, „nachdem wir gehört hatten, dass es dort Probleme wegen der großen Hitze gibt. In einigen Klassenräumen wurden Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Davon war auch die tägliche Nachmittagsbetreuung betroffen. Besonders die dreiwöchige Betreuung während der Sommerferien war durch die extreme Hitze massiv beeinträchtigt. Unverkennbar ist der Sanierungsbedarf der Schule. Ausweislich des Kreishaushalts aber sind aktuell keine größeren Investitionen an der Schule vorgesehen. Die Schule soll erstmal ein Sonnensegel für den Schulhof erhalten“.

„Das“, so erläutert Yönter weiter, „macht eine Lücke deutlich, die auch durch unsere Anfrage offenbar wurde. Der Kreis geht bei seinen Investitionen planmäßig vor. In Neu- und Erweiterungsbauten integriert er Hitzeschutzmaßnahmen. Bei Sanierung auch, allerdings in abgestufter Form. So sehr dieses Vorgehen sinnvoll erscheint – auch uns, so sehr bleiben in Sachen Hitzeschutz die Schulen auf der Strecke, die gerade nicht im Investitionsplan stehen. Zu dieser Lücke schreibt der Kreis lediglich, dass ‚in bestimmten Räumen, die besonders stark oder besonders häufig von Wärmebelastung betroffen sind, Messungen vorgenommen und ggf. Gegenmaßnahmen geprüft werden‘.“

„Für den Hitzeschutz muss mehr getan werden“, fasst Yönter die Überlegungen der GRÜNEN zusammen. „Die Schule selbst, d.h. auch die Eltern überlegen sich Notbehelfe, was kurzfristig getan werden kann. Dazu gehören u.a. die Teilentsiegelung des Schulhofes, die Anbringung von Deckenventilatoren, die Anbringung bzw. die Reparatur von Außenrollläden. Wir möchten solche Ideen dadurch unterstützen, indem wir ein festes Budget für kurzfristige Hitzeschutzmaßnahmen in die künftigen Haushalte des Kreises aufnehmen. Daraus kann ein schnelles, effektives und unbürokratisches Handeln finanziert werden. Dabei sind wir uns im Klaren, dass eine grundlegende Sanierung besser ist. Dafür aber reichen die jährlich mehr als 100 Mio. € an Schulinvestitionen lange nicht aus. Wir müssen daher mit einem Teil dieser Investitionssumme auf den kurzfristigen Bedarf an Hitzeschutz reagieren. Das betrifft nicht nur die Schulen. Zu den kreiseigenen Liegenschaften gehören auch Verwaltungsgebäude und Unterkünfte für Geflüchtete. Auch für diese Gebäude könnte dann Hitzeschutz aus dem vorgeschlagenen Budget finanziert werden.“