Der Arbeitskreis Bildung der GRÜNEN im Kreistag besuchte unlängst die Hammerwaldschule in Hirzenhain. Sie ist eine Förderschule mit den Förderschwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung (GE). Dorothea Warns-Ventulett, Felix Kratz und Gerhard Salz wurden vom Schulleiter Frank Schauerte und dessen Stellvertreterin Daniela Franke sehr freundlich empfangen. Der Schulleiter der Wartbergschule in Friedberg Thorsten Giese nahm ebenfalls an diesem Gespräch teil.
Thema Schulentwicklungsplan
Im jetzt vom Kreistag diskutierten neuen Schulentwicklungsplan steht bei den Förderschulen der Satz: „Da es sich … um eine Förderschule handelt, ist eine verlässliche Prognostizierung der Schülerzahlen nicht möglich.“ Dieser Auffassung widersprachen beide Schulleiter, mit dem Datenmaterial über die Kinder aus den Kitas könne man ohne Probleme eine Prognose für das erste Schuljahr erarbeiten. Aus den Daten über Schulwechsel in den weiteren Klassen lassen sich verlässliche Prognosen aus der Vergangenheit für die Zukunft ableiten. Beide Schulleitungen wären sehr erfreut über eine neue Stelle im Schulverwaltungsamt des Wetteraukreises, die sich mit solchen Prognosen für den GE-Bereich beschäftigt und dauerhaft als Ansprechpartner*in für die Förderschulen diene, insbesondere wegen der speziellen baulichen Notwendigkeiten. Die jetzt im Entwurf des Schulentwicklungsplanes vorgesehene Organisationsänderung sieht die Hammerwaldschule sehr positiv und möchte sie möglichst bald umgesetzt wissen. Ihr soll die Gudrun-Pausewang-Schule in Nidda als Außenstelle zugeordnet werden. Dort findet bereits jetzt der Unterricht der Haupt- und Orientierungsstufe statt. Wegen der fehlenden Organisationsänderung können die dortigen Verwaltungsräume nicht mit der einheitlichen EDV ausgestattet werden.
Für die Wartbergschule wäre ein gemeinsamer Campus mit der Phillip-Reis-Schule und der geplanten neuen Grundschule in Friedberg anzustreben, um so den Inklusionsgedanken zumindest auf dem Schulhof zu leben. Positiv wäre auch ein weiterer Standort für eine GE-Schule im Norden des Wetteraukreises.
Die GRÜNEN erklärten, ihrer Auffassung nach seien die Schulen im Wetteraukreis unterfinanziert, der Kreis nehme im Ranking der hessischen Landkreise den letzten Platz bei der Höhe der Schulumlage ein. Außerdem fehlen ihnen im Entwurf des Schulentwicklungsplanes die Angaben über konkrete Bauprojekte für die kommenden Jahre.
Bei Schulführung Besichtigung des Aufzugsdebakels
Bei der anschließenden Führung durch die Schulgebäude sahen die Kreistagsvertreter*innen Niederschmetterndes: Seit einiger Zeit streiten sich zwei Baufirmen, wer für die 2 cm zu wenig weg gefräßtes Betonmaterial im Aufzugschacht zuständig ist. Der Aufzug steht bereit und wird sofort eingebaut, wenn der Streitpunkt geschlichtet ist. Die Obergeschosse der Schule sind derzeit nur über die Feuerleiter erreichbar und die mobilitätseingeschränkten Schüler*innen müssen hoch – und wieder runtergetragen werden. Die letzte Meldung von der Schule besagt, dass am Freitag mit dem Einbau des Aufzugs begonnen werden soll. Vielleicht hat ja die Ansprache der GRÜNEN an das Verwaltungspersonal am Rande der letzten Ausschusssitzung etwas bewirkt.
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sehr gut
Als äußerst fruchtbar beschrieben die Schulen die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Wetteraukreises. Seit der Einführung der sogenannten Poolinglösung habe man sowohl bei den Teilhabeassistenzen als auch bei den Inklusionsassistenzen keine Personalsorgen mehr und sei gut mit Stelleninhaber*innen versorgt.
Alle Anwesenden bewerteten das Gespräch positiv. Die GRÜNEN wollen sich dafür einsetzen, dass der Bildungsausschuss des Kreistages ähnlich wie der Ausschuss Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft seine Sitzungen auch außerhalb des Kreishauses abhält. Das könne man beispielsweise mit einer GE-Schule beginnen.
Auf dem Foto sind zu sehen v.l.: Gerhard Salz, Thorsten Giese (Schulleiter der Wartbergschule), Daniela Franke (stelv. Schulleiterin der Hammerwaldschule), Frank Schauerte (Schulleiter der Hammerwaldschule), Dorothea Warns-Ventulett und Felix Kratz.